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Gedanken zum Psalm 23

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1.



Ein Psalm Davids.
Der HERR ist mein Hirte, 
mir wird nichts mangeln

   David ist selbst ein Hirte gewesen. Er kannte sowohl die Bedürfnisse der Schafe als auch die Pflichten des Hirten.

   Als ich Schulanfänger war, habe ich in den Sommerferien selbst die Schafe meines Großvaters hüten dürfen. Am liebsten bin ich selber auf den Schafen geritten. Ich war immer froh, wenn sie sich schon bald wegen der Vormittagshitze hingelegt haben.

    Hirte: die Schafe sind auf ihn angewiesen so wie z.B. Bergwanderer auf den erfahrenen Bergführer im Schneesturm und Nebel angewiesen sind. Es gibt zwei Arten von Hirten. Es gibt den Guten Hirten, der seine Schafe kennt, der sogar sein Leben für die Schafe gibt! Und es gibt den „Mietling, der nicht Hirte ist, dem die Schafe nicht gehören, sieht den Wolf kommen und verläßt die Schafe und flieht – und der Wolf stürzt sich auf die Schafe und zerstreut sie -, denn er ist ein Mietling und kümmert sich nicht um die Schafe.“ (siehe Joh.10,11-14)

   Die Hirten Israels:  
„Alle ihre Wächter sind blind, sie wissen (Elberfelder Übersetzung: erkennen) alle nichts. Stumme Hunde sind sie, die nicht bellen können, sie liegen und jappen (Elb. Übers.: träumen) und schlafen gerne. Aber es sind gierige Hunde, die nie satt werden können. Das sind die Hirten, die keinen verstand haben (Elb. Übers.: kennen keine Einsicht); ein jeder sieht auf seinen Weg, alle sind auf ihren (Elb. Übers.: ungerechten) Gewinn aus (Elb. Übers.: ohne Ausnahme) und sagen: Kommt her, ich will Wein holen, wir wollen uns voll saufen, und es soll morgen sein wie heute und noch viel herrlicher!“  (Jes.56,10-12) - übrigens Hunde sind in der Bibel den Wölfen verwandt, die die Schafe zerreißen!

   Die Hirten der Gemeinde:  
„Die Ältesten unter euch ermahne ich, der Mitälteste und Zeuge der Leiden Christi, der ich auch teilhabe an der Herrlichkeit, die offenbart werden soll. Weidet die Herde Gottes, die euch anbefohlen ist; achtet auf sie, nicht gezwungen, sondern freiwillig, wie es Gott gefällt; nicht um schändlichen Gewinns willen, sondern von Herzensgrund; nicht als Herren über die Gemeinde, sondern als Vorbilder der Herde. So werdet ihr, wenn erscheinen wird der Erzhirte, die unvergängliche Krone der Herrlichkeit empfangen.“ (1.Petr.5,1-4)

   Ein Hirte braucht zum Hüten der Schafe auch einen Hund. Der Gute Hirte braucht keinen! Er kümmert sich selbst um seine Schafe.

   Der HERR ist mein Hirte: Wer ist der Hirte? Der Herr! Es gibt viele Herren auf dieser Erde. Der Herr der Bibel, der Herr aus Psalm 23 ist aber nicht irgendein Herr aus dieser Welt, kein Politiker, kein religiöser Führer, der HERR ist der Vater im Himmel, der Vater Jesu, der  im hebräischen Grundtext Jahwe heißt.

   Der Herr ist mein Hirte, höchst persönlich - nicht nur "unser Hirte". Denn auch der Ausdruck "Herr, ich liebe Dich“ ist viel persönlicher und intensiver in seiner Bedeutung als ein "Herr, wir lieben Dich“.

   Unbekehrte Menschen können darum nicht sagen: „Der Herr ist mein Hirte“, denn unbekehrte Mensche sind nach der Bibel nicht Schafe, sondern Wölfe und Böcke! – (siehe dazu Matt.25,32)

   Der Herr ist mein Hirte. Es gibt kein wenn und aber, auch nicht ein „ich hoffe...“. Der Herr ist auch nicht Hirte der ganzen Welt, wie das die Ökumene darstellen mag. Der HERR ist mein ganz persönlicher Herr, der sich um mich kümmert und mich mit seinen Augen leitet.
Der Herr ist mein Hirte bezieht sich auf die Gegenwart, auf gerade jetzt. Er ist immer bei mir, jetzt!, nicht erst wenn ich ein besserer Christ sein werde, in 5 Jahren, sondern JETZT!

   Mir wird nichts mangeln: Ich werde keinen Mangel haben weder an irdischen Gütern noch an geistlichen Gütern. Vielleicht habe ich nicht alles, was ich mir wünsche, aber mir wird nichts mangeln. Auch wenn das eigene Haus oder die Gesundheit Schaden erleiden, mir wird dennoch nichts mangeln... Nicht weil ich ein großes Bankkonto besitze, oder sehr tüchtig bin um mein Brot zu verdienen, sondern weil der Herr mein Hirte ist.
Spurgeon sagte: „Gottlose leiden immer Mangel, Gläubige nie.“ Das Herz des Sünders ist nie zufrieden, aber der wiedergeborene Geist lebt in herrlicher Zufriedenheit.

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2.


Er weidet mich auf einer grünen Aue 
und führet mich zum frischen Wasser.

   Aue: Grüne Weiden, für uns ist es das Wort der Wahrheit. Es ist immer frisch und reichlich vorhanden. Das Gras ist so hoch, dass die Schafe sogar darin lagern können. Gott möchte, dass wir sein Wort so zu unserem Herzen nehmen wie die natürliche Schafe das frische Gras. Wenn wir die Verheißungen zu uns nehmen und darin Ruhe finden, dann gleichen wir den Schafen, die sich im Gras niederlegen. Dann finden wir beides zugleich: Frieden und Freude, Erfrischung und Erquickung, Zuflucht und Zufriedenheit.

   Er weidet mich. Er selbst schenkt uns die Erkenntnis seiner Wahrheit, öffnet die Schätze seines Wortes.

   Er führet mich zum frischen Wasser, zum lebendigen Wasser (Elb. Übers.: zum stillen Wasser). Stille Wasser gründen tief. Stilles Wasser ist für mich der Heilige Geist und seine wunderbare Gaben. Denn der Heilige Geist ist dem Wasser vergleichbar: er reinigt, er erfrischt, macht fruchtbar. Der Heilige Geist liebt den Frieden. Wenn er wirkt, kann er es tun, ohne dass der Nachbar, der neben uns gerade sitzt, etwas davon bemerkt.  Er führt uns nicht zum wilden Streit, sondern zur friedlichen und heiligen Liebe.

   Er führet mich... Wir könnten alleine dieses stille Wasser nicht finden. Er führt uns.
Er treibt und jagt uns nicht. Mose treibt sein Volk durch das Gesetz, Jesus führt uns durch sein Vorbild:  W.W.J.D. = What Would Jesus Do? = Was würde Jesus tun? Diese vier Buchstaben stehen auf dem Armbändchen, das heutzutage  junge Gläubige gerne auf ihrem Arm tragen.

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3.


Er erquicket meine Seele
und führet mich auf rechter Strasse um seines Namens Willen.

   Er erquicket meine Seele = er schenkt mir Glauben: Wenn wir traurig sind, er richtet uns wieder auf. Wenn wir gesündigt haben, er vergibt uns und (nach 1.Joh.1,9) er reinigt uns von aller Ungerechtigkeit. Wenn wir schwach sind  und in unserem geistlichen Leben Dürre herrscht, er stärkt uns und belebt unsere Seele neu. Jesus selbst tut das!

   Er führet mich: Für uns Gläubige ist es eine Freude Jesus zu gehorchen, und das tun wir gerne, aus freiem Willen. Das ist ein Gehorsam aus Liebe zu Jesus. Denn es handelt sich oft um Wege, an die wir oft selbst nicht gedacht hätten, die in seinen Augen aber richtig sind.

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4.




Und ob ich schon wanderte im finsteren Tal, 
fürchte ich kein Unglück; 
denn du bist bei mir 
dein Stecken und Stab trösten mich.

   Das ist ein wunderbarer Vers, der häufig am Sterbebett gelesen wird, und er hat schon vielen Menschen wahren Trost geschenkt.

   Und ob ich schon wanderte: Wandern tut man in Ruhe. Auch am Sterbebett kann man nicht mehr hetzen oder gar stehen bleiben. Der Gläubige hat keinen Grund für Unruhe, er wandert mit Gott weiter.

   Im finsteren Tal: Es kann jeden von uns mal treffen. Krankheit, Unfall, Probleme im beruflichen Alltag, Schikane der Kollegen, Arbeitslosigkeit, Eheprobleme. Das kann alle Menschen treffen. (Eine glückliche Ehe ist wie der Himmel auf Erden, eine kaputte Ehe wie die Hölle auf Erden.)

   Im Tal des Todesschattens: Der Tod ist nicht das Ziel, wo wir alle hingehen. Der Tod ist nur eine Vorhalle, nur der Durchgang zum dem, was hinter dem Tal ist. Übrigens, Schatten gibt es nur dort, wo es auch Licht gibt. Wir haben Grund zur Freude, denn jenseits des Todes scheint das Licht!  Außerdem, genauso wie der Schatten eines Hundes niemanden beißen kann, sollten wir vor dem Tode auch keine Angst haben. Der Schatten des Todes kann uns nicht vernichten!

   Auch Jesus musste durch dieses Tal. Ich denke das Verspottet- und Geschlagenwerden und die Dornenkrone haben ihm nicht so weh getan,  wie in der Situation als der Vater im Himmel sich wegen der Sünde der Menschheit von ihm zurückgezogen hat. In diesem Moment rief Jesus laut am Kreuz: "Vater, warum hast du mich verlassen?"

   Auch uns Menschen, und sogar den Christen und der christlichen Gemeinde (!) kann nichts schlimmeres passieren als dass der Herr wegen unserer Sünden sich von uns zurückzieht. Wenn wir nach Hilfe rufen und es kommt keine Hilfe, wenn wir beten und es kommt keine Erhörung

   Fürchte ich kein Unglück: Eines von den größten Übeln denke ich jedoch, ist  die Furcht vor dem Übel und dem Unglück. Denn als ich neulich mit der Tochter beim Arzt war, hat sie sehr gezittert, weil man ihr Blut abnehmen wollte. Nachher sagte sie jedoch, das war doch nur ein Kratzer ... Und wenn ich mal beim Zahnarzt bin, lege ich mich in Jesu Hand während ich mich setze, und er nimmt mir die ganze Angst weg!

   Denn du bist bei mir: Aus dem fremden "Er" wird erst in der Not ein persönliches "Du"! Auch ich habe Jesus erst gefunden, als ich mein irdisches Leben  wegwerfen wollte!

   Dein Stecken und Stab trösten mich: Ich denke, Stecken und Stab „funktionieren“ ähnlich wie die väterliche Hand. Denn mit Stecken und Stab führt der Hirte die Schafe. Mit dem Stab kann er einen rennendes Schaf abbremsen. Manchmal muss er ihm damit vielleicht auch weh tun. Für die Schafe sind Stab und Stecken auch ein Zeichen der Macht des Hirten. Beim Grasfressen heben sie den Kopf ein wenig aus dem Gras heraus, und es ist ihnen genug den Hirtenstab zu sehen. Sogleich fühlen sie sich wieder sicher und können ruhig weiter fressen.

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5.



Du bereitest mir einen Tisch
im Angesicht meiner Feinde. Du salbest mein Haupt mit Öl
und schenkest mir voll ein.

   Der Herr ist Hirte und zugleich Gastgeber. Mag der Feind vor der Tür stehen, Gott bereitet mir einen Tisch des Sieges, des Überwindens und ich kann mich in Ruhe hinsetzen und Speise und neue Kraft zu mir nehmen.

   Du salbest mein Haupt mit Öl: Mit Öl ist der Heiligen Geist gemeint.

   Und schenkest mir voll ein (mein Becher fließt über): Wir haben nicht nur einen vollen Becher, sondern einen überfließenden Becher! Ein Mensch kann noch so reich sein, aber wenn er nicht zufrieden ist, kann sein Becher nicht überfließen. Zufriedenheit ist mehr als ein Königreich. Jemand sagte: "Zufriedenheit ist ein anderes Wort für Glück".

   Mit was das Herz voll ist, davon geht der Mund über...

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6.


Gutes und Barmherzigkeit werden mir folgen mein Leben lang,
und ich werde bleiben im Hause des HERRN immerdar.

   Wenn große Staatsmänner auf Reise gehen, gehen sie nicht ohne Begleitung. Wenn die Gläubigen auf Reise gehen, Güte und Barmherzigkeit folgen ihnen lebenslang.

   Ich werde bleiben im Hause des HERRN immerdar: „Der Knecht bleibt nicht ewig im Haus; der Sohn bleibt ewig.“ (Joh.8,35)  

   Der HERR steht am Anfang und am Schluss dieses Psalms...

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Heute ist
und Du bist mein .
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und meine Zeit steht


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