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Gedanken zum Psalm
23
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[Vers 1.]
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6.]
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1.
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Ein Psalm Davids.
Der HERR
ist mein Hirte,
mir wird nichts mangeln
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David ist
selbst ein Hirte gewesen. Er kannte sowohl die Bedürfnisse
der Schafe als auch die Pflichten des Hirten.
Als ich Schulanfänger
war, habe ich in den Sommerferien selbst die Schafe meines Großvaters
hüten dürfen. Am liebsten
bin ich selber auf den Schafen geritten.
Ich war immer froh, wenn sie sich schon bald wegen der Vormittagshitze
hingelegt haben.
Hirte: die Schafe sind auf ihn angewiesen so wie z.B. Bergwanderer auf den erfahrenen
Bergführer im Schneesturm und Nebel angewiesen sind. Es gibt zwei Arten
von Hirten. Es gibt den Guten Hirten, der seine Schafe kennt, der
sogar sein Leben für die Schafe gibt! Und es gibt den Mietling,
der nicht Hirte ist, dem die Schafe nicht gehören, sieht den
Wolf kommen und verläßt die Schafe und flieht
und der Wolf stürzt sich auf die Schafe und zerstreut sie -,
denn er ist ein Mietling und kümmert sich nicht um die Schafe.
(siehe Joh.10,11-14)
Die
Hirten Israels:
Alle ihre Wächter sind blind, sie wissen (Elberfelder
Übersetzung: erkennen) alle nichts. Stumme Hunde sind sie,
die nicht bellen können, sie liegen und jappen (Elb. Übers.:
träumen) und schlafen gerne. Aber es sind gierige Hunde, die
nie satt werden können. Das sind die Hirten, die keinen verstand
haben (Elb. Übers.: kennen keine Einsicht); ein jeder sieht
auf seinen Weg, alle sind auf ihren (Elb. Übers.: ungerechten)
Gewinn aus (Elb. Übers.: ohne Ausnahme) und sagen: Kommt her,
ich will Wein holen, wir wollen uns voll saufen, und es soll morgen
sein wie heute und noch viel herrlicher! (Jes.56,10-12)
- übrigens
Hunde
sind in der Bibel den Wölfen
verwandt, die die Schafe zerreißen!
Die
Hirten der Gemeinde:
Die Ältesten unter euch ermahne ich, der Mitälteste
und Zeuge der Leiden Christi, der ich auch teilhabe an der Herrlichkeit,
die offenbart werden soll. Weidet die Herde Gottes, die euch anbefohlen
ist; achtet auf sie, nicht gezwungen, sondern freiwillig, wie es
Gott gefällt; nicht um schändlichen Gewinns willen, sondern
von Herzensgrund; nicht als Herren über die Gemeinde, sondern
als Vorbilder der Herde. So werdet ihr, wenn erscheinen wird der
Erzhirte, die unvergängliche Krone der Herrlichkeit empfangen.
(1.Petr.5,1-4)
Ein Hirte braucht zum Hüten der Schafe auch einen Hund.
Der Gute Hirte braucht keinen! Er kümmert sich selbst um seine
Schafe.
Der HERR ist mein Hirte: Wer
ist der Hirte? Der Herr! Es gibt viele
Herren auf dieser Erde. Der Herr der Bibel, der Herr aus
Psalm 23 ist aber nicht irgendein Herr aus dieser Welt, kein
Politiker, kein
religiöser Führer, der HERR ist der
Vater im Himmel, der Vater Jesu, der
im hebräischen Grundtext Jahwe heißt.
Der Herr ist mein
Hirte, höchst persönlich
- nicht nur "unser Hirte". Denn auch der Ausdruck "Herr,
ich liebe Dich ist viel persönlicher und intensiver in
seiner Bedeutung als ein "Herr, wir lieben Dich.
Unbekehrte Menschen können darum nicht sagen: Der
Herr ist mein Hirte, denn unbekehrte Mensche sind nach der
Bibel nicht Schafe, sondern Wölfe
und Böcke! (siehe dazu Matt.25,32)
Der Herr ist
mein Hirte. Es gibt kein
wenn und aber,
auch nicht
ein ich
hoffe.... Der Herr ist auch nicht Hirte der ganzen
Welt, wie das die Ökumene
darstellen mag. Der HERR ist mein ganz persönlicher Herr, der
sich um mich kümmert und mich mit seinen Augen leitet.
Der Herr ist
mein Hirte bezieht sich auf die Gegenwart,
auf gerade jetzt. Er ist immer bei mir, jetzt!, nicht erst wenn
ich ein besserer Christ sein werde, in 5 Jahren, sondern JETZT!
Mir wird nichts mangeln: Ich werde keinen Mangel haben
weder an irdischen Gütern noch an geistlichen Gütern.
Vielleicht habe
ich nicht alles, was ich mir wünsche, aber mir wird
nichts mangeln. Auch wenn das eigene Haus oder die Gesundheit Schaden
erleiden, mir wird dennoch nichts mangeln... Nicht
weil ich ein großes Bankkonto
besitze, oder sehr tüchtig
bin um mein Brot zu verdienen, sondern weil der Herr mein
Hirte ist.
Spurgeon sagte: Gottlose
leiden immer Mangel, Gläubige nie. Das Herz des
Sünders ist nie zufrieden, aber der wiedergeborene
Geist lebt in herrlicher Zufriedenheit.
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2.
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Er weidet
mich auf einer grünen Aue
und führet mich zum frischen Wasser.
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Aue: Grüne
Weiden, für uns ist es das Wort der Wahrheit. Es ist immer
frisch und reichlich vorhanden. Das Gras ist so hoch, dass die Schafe
sogar darin lagern können. Gott möchte, dass wir sein Wort
so zu unserem Herzen nehmen wie die natürliche Schafe das frische
Gras. Wenn wir die Verheißungen
zu uns nehmen und darin Ruhe finden, dann gleichen wir den Schafen,
die sich im Gras niederlegen. Dann finden wir beides zugleich: Frieden
und Freude, Erfrischung und Erquickung, Zuflucht und Zufriedenheit.
Er
weidet mich. Er selbst schenkt uns die Erkenntnis seiner
Wahrheit, öffnet die Schätze seines Wortes.
Er führet mich zum frischen Wasser, zum lebendigen Wasser
(Elb. Übers.: zum stillen
Wasser). Stille Wasser gründen tief. Stilles Wasser
ist für mich der Heilige
Geist und seine wunderbare Gaben. Denn der Heilige Geist
ist dem Wasser vergleichbar: er reinigt,
er erfrischt,
macht
fruchtbar. Der Heilige Geist liebt den Frieden.
Wenn er wirkt, kann er es tun, ohne dass der Nachbar, der neben
uns gerade sitzt, etwas davon bemerkt.
Er führt uns nicht
zum wilden Streit,
sondern zur friedlichen und heiligen
Liebe.
Er führet mich... Wir könnten alleine dieses stille
Wasser nicht finden. Er führt uns.
Er treibt und jagt uns nicht. Mose treibt sein Volk durch das Gesetz,
Jesus führt uns durch sein Vorbild: W.W.J.D. = What Would
Jesus Do? = Was würde Jesus tun? Diese vier Buchstaben stehen
auf dem Armbändchen, das heutzutage junge Gläubige
gerne auf ihrem Arm tragen.
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3.
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Er erquicket
meine Seele
und führet mich auf rechter Strasse um seines Namens Willen.
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Er
erquicket meine Seele = er schenkt mir Glauben:
Wenn wir traurig sind, er
richtet uns wieder auf.
Wenn wir gesündigt haben, er vergibt
uns und (nach 1.Joh.1,9) er reinigt
uns von aller Ungerechtigkeit. Wenn wir schwach sind und in
unserem geistlichen Leben Dürre herrscht, er stärkt
uns und belebt
unsere Seele neu. Jesus selbst tut das!
Er führet mich: Für uns Gläubige ist
es eine Freude Jesus zu gehorchen, und das tun wir gerne, aus freiem
Willen. Das ist ein Gehorsam aus Liebe zu Jesus. Denn es handelt
sich oft um Wege, an die wir oft selbst nicht gedacht hätten,
die in seinen Augen aber richtig sind.
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4.
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Und ob ich
schon wanderte im finsteren Tal,
fürchte ich kein Unglück;
denn du bist bei mir
dein Stecken und Stab trösten mich.
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Das ist ein wunderbarer Vers, der häufig am
Sterbebett gelesen wird, und er hat schon vielen Menschen wahren
Trost geschenkt.
Und ob ich schon wanderte: Wandern
tut man in
Ruhe. Auch am Sterbebett kann man nicht mehr hetzen oder
gar stehen bleiben. Der Gläubige hat keinen Grund für
Unruhe, er wandert mit
Gott weiter.
Im finsteren Tal: Es kann jeden von uns mal treffen.
Krankheit,
Unfall,
Probleme
im beruflichen Alltag, Schikane
der Kollegen, Arbeitslosigkeit,
Eheprobleme.
Das kann alle Menschen treffen. (Eine glückliche Ehe
ist wie der Himmel auf Erden, eine kaputte Ehe wie die Hölle
auf Erden.)
Im Tal des Todesschattens: Der Tod
ist nicht das Ziel, wo wir alle hingehen. Der Tod ist nur eine Vorhalle,
nur der Durchgang
zum dem, was hinter dem Tal ist. Übrigens, Schatten
gibt es nur dort, wo es auch Licht
gibt. Wir haben Grund zur Freude, denn jenseits des Todes scheint
das Licht! Außerdem,
genauso wie der Schatten
eines Hundes niemanden beißen kann, sollten wir vor
dem Tode auch keine Angst haben. Der Schatten
des Todes kann uns nicht vernichten!
Auch Jesus
musste durch dieses Tal. Ich denke das Verspottet- und Geschlagenwerden
und die Dornenkrone haben ihm nicht so weh
getan, wie in der Situation als der Vater
im Himmel sich wegen der Sünde der Menschheit von
ihm zurückgezogen hat. In diesem Moment rief Jesus laut
am Kreuz: "Vater,
warum hast du mich verlassen?"
Auch uns Menschen, und sogar den Christen und der christlichen
Gemeinde (!) kann nichts
schlimmeres passieren als dass der Herr
wegen unserer Sünden sich
von uns zurückzieht.
Wenn wir nach Hilfe rufen und es kommt keine
Hilfe, wenn wir beten und es kommt keine
Erhörung
Fürchte
ich kein
Unglück: Eines von den größten Übeln denke
ich jedoch, ist die Furcht vor dem Übel und dem Unglück.
Denn als ich neulich mit der Tochter
beim Arzt war, hat sie sehr gezittert, weil man ihr Blut
abnehmen wollte. Nachher sagte sie jedoch, das war doch nur ein
Kratzer ... Und wenn ich mal beim Zahnarzt
bin, lege ich mich in Jesu Hand während ich mich setze, und
er nimmt mir die ganze Angst weg!
Denn du
bist bei mir: Aus dem fremden "Er"
wird erst in der Not ein persönliches "Du"!
Auch ich habe Jesus erst gefunden, als ich mein irdisches Leben
wegwerfen wollte!
Dein Stecken und Stab trösten mich: Ich denke,
Stecken und Stab funktionieren ähnlich wie die
väterliche
Hand. Denn mit Stecken und Stab führt der Hirte die
Schafe. Mit dem Stab kann er einen rennendes Schaf abbremsen. Manchmal
muss er ihm damit vielleicht auch weh
tun. Für die Schafe sind Stab und Stecken auch ein Zeichen
der Macht
des Hirten. Beim Grasfressen heben sie den Kopf ein wenig
aus dem Gras heraus, und es ist ihnen genug den Hirtenstab zu sehen.
Sogleich fühlen sie sich wieder sicher und können ruhig
weiter fressen.
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5.
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Du bereitest
mir einen Tisch
im Angesicht meiner Feinde. Du salbest mein Haupt mit Öl
und schenkest mir voll ein.
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Der Herr ist Hirte und zugleich
Gastgeber. Mag der Feind vor der Tür stehen, Gott bereitet mir
einen Tisch des Sieges, des Überwindens und ich kann mich in
Ruhe hinsetzen und Speise und neue Kraft zu mir nehmen.
Du salbest mein Haupt mit Öl:
Mit Öl ist der Heiligen Geist gemeint.
Und schenkest mir voll ein
(mein Becher fließt über): Wir haben nicht nur einen
vollen Becher, sondern einen überfließenden Becher! Ein
Mensch kann noch so reich sein, aber wenn er nicht zufrieden ist,
kann sein Becher nicht überfließen. Zufriedenheit ist
mehr als ein Königreich. Jemand sagte: "Zufriedenheit
ist ein anderes Wort für Glück".
Mit was das Herz voll ist,
davon geht der Mund über...
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6.
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Gutes und
Barmherzigkeit werden mir folgen mein Leben lang,
und ich werde bleiben im Hause des HERRN immerdar.
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Wenn große Staatsmänner auf Reise gehen, gehen sie
nicht ohne Begleitung.
Wenn die Gläubigen auf Reise gehen, Güte
und Barmherzigkeit folgen ihnen lebenslang.
Ich werde bleiben
im Hause des HERRN immerdar: Der Knecht
bleibt nicht ewig im Haus; der Sohn
bleibt ewig. (Joh.8,35)
Der HERR steht am Anfang und am Schluss dieses Psalms...
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